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DER MANN, DER MIT JIMI HENDRIX TANZTE


Kurt Appaz DER MANN, DER MIT JIMI HENDRIX TANZTE
oder: Sogar für die Revolution braucht man Profis
Nach Motiven des Kultbuchs „Klassentreffen“ von Kurt Appaz
UA: Staatstheater Darmstadt, 9. April 2011, Regie: Romy Schmidt

„So richtig in Fahrt kommt Manz …, als er mit schön-scheußlichem
Palmen-Wolken-Wellen-Hemd am Mikro steht und an den Reglern die Klassiker
hochfährt, um Przychodniaks Schweigen zu übertonen und seine Tiraden abzukürzen.
Dies ist eine treffliche Parodie auf die notorischen Pop-Plappereien im Äther.“
(Darmstädter Echo)

SIKORA hat sie alle leben und sterben gesehen: Jimi, Jim, Janis und die anderen.
Damals, als er noch ein erfolgreicher Rockpromoter war und sie alle Southern Comfort
getrunken haben. Nun sitzt er in einem schäbigen Küchenstudio und muss mit einem
sperrigen Interview-Partner klarkommen, dem Autor Giselher PRZYCHODNIAK, der
mit seinem Roman über die Roaring Seventies gerade die Bestsellerlisten erstürmt.
Der erklärt ihm nicht nur die glorreich zugrunde gegangene Welt der 70er, sondern erteilt
ihm aktuelle Lektionen über den Great Rock'n Roll-Swindle und seine Auswirkungen
auf die postmoderne Jetztzeit. Hier kommt zusammen, was zusammen gehört: Pop,
Politik und Globalisierung. Der rasante Schlagabtausch der beiden Sprachduellanten
wird zu einem Ethno-Psychogramm gesamtdeutscher Gesinnungslage, untermalt vom
Soundtrack aus drei Jahrzehnten Popgeschichte.
Das Stück DER MANN, DER MIT JIMI HENDRIX TANZTE mit Motiven aus dem
Kultbuch "Klassentreffen" von Kurt Appaz, erschienen im Ullstein Verlag 2009, ist
mehr als eine verklärte Remineszenz an die Rockgeschichte. Es bricht überaus witzig
eine Welt, in der die Zukunft noch unendlich erschien an einer Zeit, in der bei Har(t)z
niemand mehr an einen deutschen Wald denkt.

Kurt Appaz wurde 1956 geboren. Nach einer „eher dürftigen Schulkarriere“ versuchte er sich zunächst „äußerst erfolglos als Rockmusiker und schlug sich dann lange Jahre mit Gelegenheitsjobs durch“, bis ihm klar wurde, dass er damit längst seine informelle Ausbildung zum Schriftsteller absolviert hatte. Seitdem hat er zwei Romane bei Ullstein veröffentlicht: "1975 - Im Jahr der Weiber" und "Klassentreffen - Bekenntnisse eines ehemaligen Oberschülers".
Kurt Appaz wohnt mit immer noch derselben Frau in immer noch derselben Stadt in Norddeutschland und hat eine Tochter, die heute so alt ist, wie er damals war.