DER MANN, DER MIT JIMI HENDRIX TANZTE
oder Sogar für die Revolution braucht man Profis von Kurt Appaz
Stück nach Motiven aus dem Roman Klassentreffen
1 D, 2 H, 1 Dek.
SIKORA hat sie alle leben und sterben gesehen: Jimi, Jim, Janis und die anderen.
Damals, als er noch ein erfolgreicher Rockpromoter war und sie alle Southern Comfort
getrunken haben. Nun sitzt er in einem schäbigen Küchenstudio und muss mit einem
sperrigen Interview-Partner klarkommen, dem Autor Giselher PRZYCHODNIAK, der mit
seinem Roman über die Roaring Seventies gerade die Bestsellerlisten erstürmt.
Der erklärt ihm nicht nur die glorreich zugrunde gegangene Welt der 70er, sondern erteilt ihm aktuelle Lektionen über den Great Rock'n Roll-Swindle und seine Auswirkungen auf die postmoderne Jetztzeit. Hier kommt zusammen, was zusammen gehört: Pop, Politik und Globalisierung. Der rasante Schlagabtausch der beiden Sprachduellanten wird zu einem
Ethno-Psychogramm gesamtdeutscher Gesinnungslage, untermalt vom Soundtrack aus
drei Jahrzehnten Popgeschichte.
Das Stück DER MANN, DER MIT JIMI HENDRIX TANZTE mit Motiven aus dem Kultbuch "Klassentreffen" von Kurt Appaz, erschienen im Ullstein Verlag 2009, ist mehr als eine verklärte Remineszenz an die Rockgeschichte. Es bricht überaus witzig eine Welt, in der die
Zukunft noch unendlich erschien, an einer Zeit, in der bei Har(t)z niemand mehr an einen deutschen Wald denkt.
Kurt Appaz wurde 1956 geboren. Nach einer „eher dürftigen Schulkarriere“ versuchte er sich zunächst „äußerst erfolglos als Rockmusiker und schlug sich dann lange Jahre mit Gelegenheitsjobs durch“, bis ihm klar wurde, dass er damit längst seine informelle Ausbildung zum Schriftsteller absolviert hatte. Seitdem hat er zwei Romane bei Ullstein veröffentlicht: "1975 - Im Jahr der Weiber" und "Klassentreffen - Bekenntnisse eines ehemaligen Oberschülers".
Kurt Appaz wohnt mit immer noch derselben Frau in immer noch derselben Stadt in Norddeutschland und hat eine Tochter, die heute so alt ist, wie er damals war.