DER KLEZMER von Georg Kreisler
4 D, 6 H, Doppelbes. mögl. mind. 6 Darst. Wechseldek.
Stück zu Klezmermusik
UA: Dresden, Rocktheater im Orpheum, Nov. 2008, Regie: Peter Förster WA Sp. 2009/2010
Galizien, um 1910. Um der Armut und den drohenden Progromen in seinem „Schtetl“ zu entfliehen, will der junge Musiker NAFTELE BRANDWEIN nach Amerika auswandern.
Aber sein „Rebbe“ ist wenig begeistert von den hochtrabenden Plänen, ebenso wie
NAFTELEs Braut REBECCA und seine ganze Familie.
Nach anfänglichem Zaudern unterstützt REBECCA ihren Verlobten, zumal NAFTELE
verspricht, sie baldmöglichst nachzuholen, denn in Amerika wartet das Glück.
Tatsächlich gelingt es NAFTELE dank der Protektion des jüdischen Agenten
BUGSY GOLDSTEIN und mit Hilfe der Sängerin SUGAR, eine einzigartige Karriere
als Klezmermusiker zu starten. Klezmer wird in kurzer Zeit der musikalische
Modetrend in New York. Der Erfolg hat seinen Preis: an der Seite der lebenshungrigen
und possessiven SUGAR lernt er Alkohol und Drogen kennen. Und die Musikbranche ist hart.
Als NAFTELE seinen Alkoholkonsum bei Auftritten nicht mehr verbergen kann, wird er von BUGSY
kurzerhand durch den Klarinettisten DAVE TARRAS ersetzt. Wieder zurück in Russland, findet er anstatt seines
„Schtetls“ nur ein verbranntes Dorf.
Vorbild für die Figur des NAFTELE BRANDWEIN in Georg Kreislers neuem Werk ist der berühmte jüdische Klezmermusiker
NAFTULE BRANDWEIN, von dem bis heute zahlreiche Lieder im Repertoire sind. Georg Kreisler erzählt anhand einer
beispielhaften Musikerkarriere und ihrem Niedergang lakonisch über das Judentum in der Neuen Welt.
Presse
„… Regisseur Peter Förster ist nicht nur die „Entdeckung“ des Stückes gelungen, er hat vor allem eine Inszenierung geschaffen, die dem Kreisler-Text vollkommen gerecht wird – witzig, böse, analytisch, weise und hinreißend erzählt. Eine kongeniale Verbindung von Wort, Regie und Schauspielkunst…
Unter Försters Regie loten die Schauspieler des rocktheaters… den Text in seiner Tiefe aus, nuancenreich und rollenpräsent, kein Zuviel in Stimme, Mimik und Gestik, nichts ist zu schwach oder gar aneinander vorbeigespielt. Eine enorme schauspielerische Leistung, die in jedem Moment Emotion und Verstand ausbalanciert und sich auf eine pure Weise wie selbstverständlich entfaltet. Dass „Der Klezmer“ im Orpheum aufgeführt wird, rundet das Ganze ab. Der behutsam restaurierte Ballsaal rückt die Aufführung ins Zeitlose und verleiht Rebeccas Lied einen fast sakralen Ausdruck…“
DRESDNER KULTURMAGAZIN Heft 2/2009