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DIE G’SCHICHT VOM BRANDNER KASPER


DIE G’SCHICHT VOM BRANDNER KASPER von Andreas Kern
Neubearbeitung nach der Erzählung von Franz von Kobell

2 D, 7 H, Gesamtdek.
Volksstück
UA. Tegernseer Volkstheater, 05.12.2009
Regie: Jörg Herwegh

Andreas Kerns Neubearbeitung ist darauf konzentriert, vieles aus der ursprünglichen
Erzählung Franz von Kobells, was in den bisherigen Bearbeitungen nicht vorkommt, auf die Bühne zu bringen. Inhaltlich eng der Erzählung Kobells folgend, wird mit viel Witz und Augenzwinkern ein so heutiger wie aktueller Blick auf dieses Kleinod bayerischer Literatur geworfen. Abseits von Klischees sind die traditionellen Motive erhalten geblieben -
z.B. wird die Sennerin von der Gindlalm tatsächlich von einem Stier „gstocha“ (erstochen),
auch ist sie nicht mit Brandner verwandt. Das Thema Krieg bleibt unterschwellig erhalten,
so auch der Verlust des eigenen Sohnes. Trotzdem verzichtet Andreas Kern nicht darauf,
z.B. in den Himmelsszenen ein Panoptikum bayerischer Originale vorzuführen, bei denen
auch der Heilige Benno, der Münchner Schutzpatron nicht fehlt.

Presse

Neue Version des „Brandner Kasper“ begeistert im ausverkauften Thoma-Saal. Das Tegernseer Volkstheater bringt den Klassiker in neuem Gewand und mit klaren Konturen auf die Bühne - die Zuschauer jubeln, der Boandlkramer ist unvergleichlich gut… Es war zweifellos der Boandlkramer Claus Obalski, dem an diesem Theaterabend die ungeteilten Sympathien galten… zwei Stunden unterhaltsames Theater. Nur zwei Stunden, weil Andreas Kern nach Motiven Franz von Kobells neu geschrieben hat. Dabei hat er
nichts Spürbares weggelassen. Doch die Straffung der Handlung bekommt dem Stoff ausgezeichnet… ohne dass Regisseur Jörg Herwegh auf plumpe Effekthascherei oder billigen Klamauk setzen müsste. Dass im Paradies gerade der preußische Herr Schmitt
mit Zucht und Ordnung den bayerischen Stil ersetzt, ist ein gelungener Einfall Kerns. So verhindert er bei den Szenen über den Wolken
von vorneherein, dass sich die in anderen Inszenierungen üblichen Klischees ausbreiten… Schmitt misch alle auf, will den Boandl
wegen seiner Verfehlungen in die Hölle verbannen - und erliegt doch letztenendes.“
MÜNCHNER MERKUR