ADAM SCHAF HAT ANGST von Georg Kreisler
1 Personen Musical
am Theater Rudolstadt WA Sp. 2009/2010
Regie: Steffen Mensching
Die alten, bösen Lieder Georg Kreislers in einem neuen Musical über den Zeitgeist
jener Jahre, der eine ganze Ära nachhaltig geprägt hat.
Die ganze Wahrheit einmal ungeschminkt auf die Bühne bringen, welcher Komödiant
träumte nicht davon? In Georg Kreislers kleinem Musical macht Adam Schaf,
ein gealterter Mime, seinem Herzen Luft und probt den Aufstand gegen den »Rest der Welt«.
Im Schutz der Garderobe, zwei Stunden vor Vorstellungsbeginn, ist er der Held, Chronist und Prophet – hier stürzt er sich auf die Übel der Zivilisation: Die alten Ehen und die neuen Kriege, den Anstieg der Preise und den Verfall der Werte. Von dem bösartig-charmanten Sarkasmus seiner musikalischen Revolte bleibt kaum einer verschont. »Ich schwärme nun mal fürs Illegale. Für mich sind Gesetze völlig ohne Sinn. Was legal ist, ist für mich das Abnormale. Danken Sie Gott, dass ich nicht Bundeskanzler bin.«
Georg Kreisler, 1922 in Wien als Sohn einer jüdischen Anwaltsfamilie geboren, emigriert bei Kriegsausbruch nach Amerika. Als amerikanischer Soldat komponiert er erstmals Lieder und reist als Interpret durch das ganze Land. Kreisler kehrt 1955 nach Europa zurück. Seitdem schreibt er Lieder, Stücke, Musicals in deutscher Sprache, führt Regie und ist erfolg reicher Interpret eigener Lieder und Chansons. Kreisler nimmt mit dem Musical »Adam Schaf hat Angst« die Zeit des Wirtschaftswunders ins Visier und zieht eine wehmütige Bilanz. Und damit es dabei, in gewohnter Kreisler-Manier, schön böse zugeht, hat er einige seiner besten Lieder für unsere Gegenwart neu zusammengestellt, die Pointen aktualisiert und nochmals geschärft. Ein Klassiker-Revival vom Meister höchstpersönlich.
Die DVD der hervorragenden Produktion des Theaters Rudolstadt ist in Kürze auf DVD erhältlich über Filmproduktion- und verleih alpha-medienkontor, Weimar.
PRESSE
Marcus Ostberg brilliert als Adam Schaf
Rudolstadt OTZ/U. H.. "Adam Schaf hat Angst" ist mehr als ein kleines Musical, es ist musikalisches Kabarett, scharfzüngig, sarkastisch, humorvoll. Am Samstagabend erlebte es im gut besuchten Rudolstädter Schminkkasten seine Premiere am Theater der Saalestadt.
Zum glanzvollen Ein-Mann-Stück machte es an diesem Abend Marcus Ostberg, der binnen zwei Stunden zweimal die Metamorphose vom tragisch alten Schauspieler zum einstmals gefeierten jugendlichen Bühnenhelden und wieder zurück in die Gegenwart überzeugend gibt bei minimalster Bühnendekoration. Zwei Stunden allein ohne Pause zu agieren, nur mit kurzen Dialogen zu Jens-Uwe Günther am Klavier, ist eine schauspielerische Herausforderung, die Ostberg hervorragend meisterte.
Ist der Mensch ein Gewohnheitstier, steht er mit dem Rücken an der Wand? Philosophische Fragen mit bissigen Pointen, für die dem Zuschauer kaum Zeit zum Nachdenken bleibt in dem treibenden Programm, das 60 gelebte Jahre von Adam Schaf Revue passieren lässt. Herrlich die Songs über die Wiener Konzertbesucherszene oder das Lied über die "Arschkriecher", das Ostberg dann auch als Zugabe gibt.
Fazit: "Unbedingt sehenswert"
OSTTHÜRINGISCHE ZEITUNG